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Rock`n Roll vom Affentanz zum Tanzsport

Die Geschichte des Rock 'n' Roll beginnt in den 20ger Jahren unseres Jahrhunderts in Amerika. Swing und Blues, wie der Rock 'n' Roll im 4/4-Takt ge­spielt, bildeten das Fundament für den Boogie-Woogie.Charakteristisch für den Boogie-Woogie ist die Pianobegleitung mit stark rollendem Bass und acht gleichmäßigen Schlägen. Dadurch entsteht der motorische, maschinengleiche Rhythmus. Bereits 1927 wurde nach diesem Rhythmus der Lindy-Hop getanzt, welcher als einer der Vorläufer des Rock 'n' Roll angesehen wird.

 
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Wie so oft waren es die Afro-Amerikaner, die auch diesen Tanz durch ihre Freude an der Bewegung und Improvisationskunst bereicherten: Sie fügten zwischen den Grundschritten neue Elemente wie Kicks, Sprünge, Handstände und Purzelbäume, sowie verschiedene Hebungen ein.1928 erschien die erste Boogie-Woogie-Schallplatte, auf der auch die ersten "Grundschritte" erklärt wurden; doch erst rund zehn Jahre später fand der neue Tanz größere Beachtung, wenn auch nicht uneingeschränkte Zustimmung.

 

Der englische "Tanzpapst" Alex Moore schrieb über eine Boogie-Woogie Meisterschaft, die in London ausgetragen wurde:

 

"Ich muß gestehen, es war so ziemlich das Abscheulichste, was ich je in einem Ballsaal gesehen habe."

 

Aber Moore sah damals schon die weitere Entwicklung voraus, indem er weiter schrieb:

 

"Trotzdem glaube ich, daß eine mildere Form dieses Tanzes Anklang finden könnte."

 

Als Geburtstag des Rock'n'Roll gilt allgemein der 12. April 1954. An diesem Tag schloss Bill Haley die Studioaufnahme zu "Rock around the clock" ab, und mit dem gleichnamigen Film begann der Rock'n'Roll seinen Siegeszug um die Welt.  

 
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Dieses Datum bedeutet aber nicht, dass es Rock'n'Roll-Musik nicht schon vorher gegeben hätte; schwarze Musiker haben Rock'n'Roll-Musik bereits viel früher gespielt und ihr Publikum dazu passende Tanzstile entwickelt. Viel mehr gelang jetzt der Durchbruch dieser Musik "im großen Stile". Wesentlichen Anteil daran hatte der amerikanische Diskjockey Alan Freed, der den neuen Begriff erfunden hatte und in seiner Rundfunksendung "Rock'n'Roll-Party" diese Musik spielte.

 

Nach Deutschland kam der Rock'n'Roll im Gefolge des Films "Außer Rand und Band", der deutschen Version des Bill-Haley-Klassikers. Und der Titel machte Programm: Tausende strömten in die Kinos und gerieten tatsächlich außer Rand und Band; ähnlich wie bei Kultfilmen heute beherrschte das Publikum sämtliche Dialoge und Musiktexte, so dass der Mangel an Plattenspieler und Kassettenrecorder durch eigenen Gesang ausgeglichen wurde.

 

Bill-Haley-Konzerte entfesselten solche Begeisterungsstürme, dass der Berliner Sportpalast 1958 nach einem Konzert aussah, wie nach einer Saalschlacht. Krawalle gehörten damals bei Konzerten fast zur Tagesordnung, nicht selten ging die ganze Einrichtung zu Bruch. Dies schaffte naturgemäß Konflikte, die Rock'n'Roll-Fans galten bald als gewalttätig und kriminell.

 
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Auch in Bezug auf Kleidung und Outfit grenzte man sich ab: Man trug Röhrenhosen, vor allem Jeans, Ringelsöckchen, spitze Schuhe und weite Sakkos. Krawatten aus schmalen schwarzen Samtbändern galt als der letzte Schrei. Die Haare kämmte man kunstvoll mit viel Pomade zu einem sogenannten Entenschwanz oder eine Schmachtlocke a la Bill Haley zierte die Stirn.

 
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Die Mädchen trugen weite Röcke mit Petticoats, die von einem breiten Gürtel aus Metall gehalten wurden, der den Eindruck einer Wespentaille vermittelte. Die Haare wurden meistens als Pferdeschwanz gebunden.

 

Der Tanz entwickelte sich beinahe zwangsläufig aus dem Bewegungsdrang, den die Rock'n'Roll-Musik bei den Zuhörern auslöste. Anfangs beschränkte sich das Tanzen auf die persönliche Interpretation der Musik und des Rhythmus. Man tanzte mit sich selbst, lieferte sich der Musik völlig aus.

 

Später tanzte man zwar zusammen, von Tanzhaltung oder Kontakt der Partner während des Tanzes konnte aber kaum die Rede sein, dafür waren die Bewegungen des Einzelnen zu wuchtig und raumgreifend.

 
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Je wilder, je ausgefallener, je höher, je verrückter desto besser schien die Devise zu sein. Immer neue Figuren wurden kreiert, wobei sich diese nicht aufs Parkett beschränkten, sondern man ließ auch die Partnerinnen um sämtliche möglichen und unmöglichen Körperachsen kreisen.

 

Schon bald gab es Lokalmatadore, die sich durch besonderes Können hervortaten; von da an bis zum ersten Rock'n'Roll-Turnier war es nur noch ein Katzensprung!

 

Die Tänze

Rock’n’Roll

Die perfekte Verbindung von Tanz und Akrobatik, sportliches Können in spielerischer LeichtigkeitDie Musik entwickelte sich aus drei Musikrichtungen:Jazz, Country & Western‑Stil und Rhythm & Blues. Der Rock’n’Roll stammt aus der gleichen Musikfamilie wie seine „Geschwister“ der Boogie-Woogie und der Jive. Aus dem Jive entwickelte sich auch der akrobatisch-athletische Rock'n'Roll.

Boogie-Woogie

Das Bindeglied zwischen Kultur und Sport, Nostalgie und Neuzeit, mit den unverwechselbaren, heißen Rhythmen der 50er Jahre.

Der Boogie-Woogie wurde auch als "Jitterbug" um 1940 von amerikanischen Soldaten nach Europa gebracht und ist heute auch als der Rock´n´Roll der 50er Jahre bekannt. Das charakteristische am Boogie-Woogie-Tanz ist das improvisieren zur Musik. Die Geschwindigkeit der Musik ist im freien Tanz nach oben und unten praktisch offen.               

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